Flurkreuz restauriert und gesegnet
Flurkreuze findet man vor allem in katholischen Gegenden. Bereits seit Jahrhunderten werden Flurkreuze als Bekenntnis zum Glauben errichtet. Der Anlass für die Errichtung ist meist als Zeichen des Dankes, der Erinnerung oder auf Grund eines Gelübdes zu deuten. Flurkreuze sind nach wie vor Plätze, die den Vorbeikommenden zur Rast, Stille und Andacht einladen. Was die Flurkreuze heute dem Betrachter auch bedeuten, so gelten sie nicht nur als Flurdenkmäler, sondern als religiöse Kulturträger unserer heimatlichen Landschaft.
Auch in der Eitensheimer Flur findet man viele Flurkreuze. Eines davon, das ca. 650 m westlich des SVE-Sportgeländes in der Flur „Biburgfeld“ stehende Flurkreuz, das sogenannte „Bibert“-Kreuz, wurde vermutlich von einem ehemaligen Eigentümer der Familie Bauer, heute Masiak (Hausname Spreng) errichtet. Wann und aus welchem Anlass dies erfolgte, ist nicht bekannt.
Das „Bibert“-Kreuz wurde bereits in 2013 vom Heimatverein restauriert. Damals wurden ein neues Betonfundament erstellt, ein neues Holzkreuz vom Zimmerermeister Christian Crusius gefertigt, der Christuskorpus und die Marienfigur vom Kirchenmaler Konrad Meyer und Bildhauer Raphael Graf neu gefasst (vergoldet) und die Spengler-Arbeiten (Überdachung als Wetterschutz) vom Vereinsmitglied Michael Ernst ausgeführt. Der „Kümmerer des Bibert-Kreuzes“ Andreas Rabl hat die Restaurationskosten getragen.
Der „Kümmerer“ Andreas Rabl stellte im Vorjahr überraschend fest, dass das Flurkreuz unter den Witterungseinflüssen stark gelitten hat – die Vergoldung vom Christus-Korpus und der Marien-Figur waren extrem schadhaft. Nun musste das Flurkreuz nach nur 13 Jahren erneut restauriert werden. Der Heimatverein Eitensheim, der sich unter anderem das Ziel gesetzt hat, Flurkreuze, Marterl und Bildstöcke zu pflegen, zu erhalten und eventuell zu erneuern, nahm sich dieser Aufgabe an.
Der Christus-Korpus und die Marien-Figur wurden für eine Neu-Vergoldung abgenommen. Nach dem Sandstrahlen und einer Gussverzinkung wurden die beiden Figuren vom Bildhauer Raphael Graf neu gefasst. Das Holzkreuz wurde von Moos und sonstigen Ablagerungen befreit und gereinigt. Die Kosten für die Vergoldung wurden gespendet und die restlichen Kosten vom Heimatverein getragen.
Am 12. Juli – an einem heißen Sommertag – war es soweit. Das restaurierte Flurkreuz, das wieder in neuem Glanz erscheint, erhielt den kirchlichen Segen. Vom Kirchplatz aus wanderten 16 Personen gemeinsam zum „Bibert“-Kreuz, wo sich bereits einige Teilnehmer zuvor eingefunden haben. Dort segnete Pfarrer Anton Schatz das vom Heimatverein restaurierte „Bibert“-Kreuz im Rahmen einer kurzen Andacht, die von den KAB-Bläsern musikalisch umrahmt wurde. Insgesamt haben sich 42 Personen zur Segnung versammelt.
Vor Beginn der Segensfeier begrüßte Vorsitzender Willi Schneider alle Anwesenden, insbesondere den liturgischen Dienst mit Pfarrer Anton Schatz an der Spitze sowie die KAB-Bläser.
Willi Schneider berichtete kurz über die Historie des „Bibert“-Kreuzes (wann und aus welchem Anlass das Kreuz errichtet wurde, sind nicht bekannt) sowie über die bereits in 2013 ausgeführte Restaurierung des Flurkreuzes und die nun erneute Restaurierung. Willi Schneider bedankte sich beim Kümmerer Andreas Rabl, der sich bereits in 2013 engagiert und sich jetzt erneut um die Organisation der Restaurierung verdient gemacht hat.
Nach den Grußworten und einer Einführung von Willi Schneider übernahm Pfarrer Anton Schatz, der auch Mitglied des Heimatverein ist, den nächsten „Part“ – im Rahmen einer kurzen feierlichen Andacht wurde nun das restaurierte „Bibert“-Kreuz gesegnet.
In seiner Ansprache sagte Pfarrer Anton Schatz, dass er die Natur liebt und darin die Schöpfung Gottes sieht. Die Natur und die Schöpfung sind ein großes Gottes-Geschenk. Er hob hervor, dass es ein schöner Brauch ist, wenn ein Kreuz als sichtbares Zeichen des Glaubens in der Natur aufgestellt wird. Das Kreuz ist ein Siegeszeichen Christi – es kann als großes „Pluszeichen“ für das Leben und den Glauben betrachtet werden.
Nach dem offiziellen Ende der Segensfeier bedankte sich Willi Schneider beim Pfarrer Anton Schatz, bei den drei Ministrantinnen, bei den fünf KAB-Bläsern und beim „Kümmerer“ Andreas Rabl, die alle erst diese feierliche Segensfeier möglich gemacht haben.
Am Ende schloss sich noch eine gemütliche, gesellige Runde beim neu strahlenden „Bibert“-Kreuz im Schatten der zwei großen Birken an.
Das „Bibert“-Kreuz ist mittlerweile das zehnte Flurdenkmal, das vom Heimatverein restauriert und wiederaufgestellt wurde. Diese Reihe umfasst einen Gedenkstein in 1997, den Christina-Bildstock in 2000, das Flurbereinigungsdenkmal in 2004, die Drei Kreuze in 2005, den Maria-Hilf-Bildstock in 2009, das Baumgartner-Marterl in 2010, das Bibert-Kreuz in 2013, das Post-Kreuz in 2015, das Weidenhiller –Marterl in 2018 und heuer erneut das Bibert-Kreuz.








