Wechsel der Ausstellung im Rathaus
Seit dem Umzug der Gemeindeverwaltung in das neue Rathaus im Jahre 2016 zeigt der Heimatverein in einer Standvitrine im Foyer des Rathauses eine jährlich wechselnde Ausstellung.
Bisher wurden folgende Sonderausstellungen präsentiert:
| 2016/17: | Geschichte des Carlshofs (ab etwa 1678) |
| 2017/18: | Postgeschichte von Eitensheim (ab 1861) |
| 2018/19: | alte Fotoapparate |
| 2019/20: | Klosterarbeiten |
| 2020/21: | alte Postkarten von Eitensheim |
| 2021/22: | römische Spuren auf Eitensheimer Flur |
| 2022/23: | Feuerwehr und Philatelie |
| 2023/24: | Die Geschichte des Bügeleisens |
| 2024/25: | Die Geschichte unserer Schrift |
Die mittlerweile zehnte Sonderausstellung hat das Thema „Deutsche Währungsgeschichte / Banknoten“ zum Inhalt und wird seit September 2025 präsentiert.
Die Exponate stammen aus der Sammlung vom ehemaligen Vorsitzenden Hans Schmid. Neben den verschiedenen Währungen (Mark, Notgeld, Rentenmark, Reichsmark, Deutsche Mark, Euro) wird ein kurzer Abriss zur Deutschen Währungsgeschichte gezeigt.
Die deutsche Währungsgeschichte umfasst im Wesentlichen folgende fünf Zeitepochen:
| 1871 – 1923 | Mark (Mk) | – Notgeld 1914 – 1922 |
| 1923 – 1924 | Rentenmark (Rent.Mark) | – Weltwirtschaftskrise 1923 |
| 1924 – 1948 | Reichsmark (RM) | |
| 1948 – 2001 | Deutsche Mark (DM) | |
| 2002 – dto. | Euro (€) |
Die deutsche Währungsgeschichte seit der Reichsgründung in 1871 ist durch Einführung einer einheitlichen Währung und eine Reihe nachfolgender Währungsreformen geprägt.
| Währungsumstellung I | 1871 – 1876 | deutsche Währungsvereinigung als Geburtsstunde der „Mark“-Währung |
| Währungsumstellung II | 1923 – 1924 | von der „Papiermark“ über die Rentenmark zur Reichsmark |
| Währungsumstellung III | 1948 / 1990 | Einführung der DM (1948) und in den neuen Bundesländern (1990) |
| Währungsumstellung IV | 1999 / 2002 | Einführung des Euro in Deutschland |
1871 – 1923 / Mark (Mk)
Nach dem Sieg über Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) und der Gründung des Deutschen Reichs am 1. Januar 1871 beschloss der Reichstag bereits am 4. Dezember 1871 das erste Reichsmünzgesetz. Das Gesetz enthält zwei besonders wichtige Bestimmungen. Erstens wird eine einheitliche Reichswährung, die in 100 Pfennige unterteilte Mark, eingeführt. Zweitens war die Mark als goldgedeckte Währung konzipiert. Bei dieser Währungsreform ging es um eine Vereinheitlichung der unterschiedlichen Währungen in den einzelnen Gliedstaaten in Deutschland. Mit dieser Währungsreform wurde auch auf das Dezimalsystem umgestellt.
1914 – 1922 / Notgeld
Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Sommer 1914 kam es vielerorts in Städten und Gemeinden zu einem Mangel an Kleingeld. Die Menschen begannen Münzen, die oft aus hochwertigen Materialien (Gold, Silber) waren, zu horten. Sie hatten Angst um ihr Erspartes. So waren von Gemeinden, öffentlichen Körperschaften, Industriebetrieben und der allgemeinen Geschäftswelt eigene Initiativen gefordert; sie gaben Notgeld aus.
1923 – 1924 / Rentenmark (Rent.Mark) – Weltwirtschaftskrise 1923
Krieg kostet Geld. Der Erste Weltkrieg hatte gigantische Summen verschlungen. Geld, das das Deutsche Reich eigentlich gar nicht besessen hatte. Die Ersparnisse des Staates hätten im Sommer 1914 eigentlich nur für zwei Tage Kriegsführung ausgereicht. Der Krieg dauerte aber mehr als vier Jahre. Es waren die Reparationszahlungen an die Siegermächte zu leisten. Um die Schulden des Ersten Weltkriegs bezahlen zu können, wurde ständig mehr Geld gedruckt, das aber rasant an Wert verlor. Ein Teufelskreis, der in die große Inflation, die zuerst trabend, dann galoppierend und Anfang 1923 in eine Hyperinflation mit einer extremen Geldentwertung mündete, und zu absurden Preisen sowie zu großer sozialer Not und zu einem Schwarzmarkt mit wesentlich höheren Preisen als die staatlich festgelegten führte. Das wirtschaftliche Leben war zunehmend gelähmt. In einigen Teilen Deutschlands kam es zu Aufruhr und Plünderungen. Je mehr Geld gedruckt wurde, desto stärker stiegen die Preise. Die Preise gerieten außer Kontrolle.
1924 – 1948 / Reichsmark (RM)
Mit seinem Putschversuch vom 8./9. November 1923 in München während der Weimarer Republik wollte der NSDAP-Führer Adolf Hitler die chaotische wirtschaftliche Lage in seinem Sinne ausnutzen. Die Rentenmark wurde am 30. August 1924 durch die Reichsmark als neue deutsche Währung ergänzt. Es handelte sich um eine Goldkern-Währung. Die Reichsmark war wertgleich mit der Rentenmark. Eigentlich sollte die Reichsmark die Rentenmark bis spätestens 1934 ganz ersetzen, doch tatsächlich geschah das nicht und beide Währungen gab es parallel bis 1948. Es konnte weiterhin mit beiden Währungen bezahlt werden. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Währungen bestand in ihrer unterschiedlich ausgestalteten Deckung. Anders als die Rentenmark war die Reichsmark wieder klassisch durch den Staat gestützt, nämlich durch die Güter des Staates, also Kohle oder Gold. Die Reichsmark war eine sogenannte (symbolische) Goldkern-Währung ohne sichtbare Goldmünzenzirkulation und damit praktisch eine Papierwährung wie heute. Die Reichsmark war von 1924 bis 1948 das gesetzliche Zahlungsmittel im Deutschen Reich. Dieser Zeitraum umfasst einen Teil der Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war die Reichsmark in den Besatzungszonen noch bis zur Einführung neuer Währungen im Juni 1948 gültig.
1948 – 2001 / Deutsche Mark (DM)
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der stark zerrütteten Reichsmark nur eine geringe Warenproduktion gegenüber. Die Reichsmark büßte ihre Funktionen als Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel weitgehend zugunsten von Lebensmittelmarken, Tauschhandel und Ersatzwährungen ein. In den Nachkriegsjahren hatte sich neben der Reichsmark eine „Zigarettenwährung“ etabliert – das heißt, viele Menschen bevorzugten einen direkten Warentausch. Schwarzmarkt und Naturalhandel bestimmten den Alltag der Bevölkerung. Eine Währungsreform mit einer gemeinsamen neuen deutschen Währung war erforderlich. Mit den Währungsreformen vom 21. Juni 1948 in Westdeutschland bzw. 23. Juni / 24. Juli 1948 in Ostdeutschland wurde die Reichsmark gleichzeitig mit der Rentenmark als gesetzliche Währungseinheit ungültig, und als gesetzliches Zahlungsmittel in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands die Deutsche Mark und in der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Mark der Deutschen Notenbank (Mark der DDR) eingeführt.
(1999) 2002 – dto. / Euro (€)
Die im Vertrag von Maastricht vom 07. Februar 1992 u.a. festgelegte Umwandlung der Europäischen Gemeinschaft in eine Europäische Wirtschafts- und Währungsunion war ein entscheidender Schritt der europäischen Integration. Nach Errichtung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion wurde die Deutsche Mark als eigenständige Währungseinheit schließlich am 1. Januar 1999 als Buchgeld („unsichtbare“ Währung, die nur für Buchhaltungszwecke und elektronische Zahlungen verwendet wurde) und am 1. Januar 2002 als Bargeld (Münzen und Banknoten) durch den Euro ersetzt. Nicht alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) haben bisher ihre Landeswährungen auf Euro umgestellt (erst 21 von 27). Das Euro-Zeichen „€“ ist inspiriert vom griechischen Buchstaben Epsilon (Є). Es steht auch für den ersten Buchstaben des Wortes „Europa“, wobei die beiden parallel durch das Symbol verlaufenden Linien Stabilität bedeuten.
