EINZIGARTIGE MÜNZAUSSTELLUNG

im Rahmen der Aktion „Winterzeit – MuseumsZeit“

Der Heimatverein beteiligte sich zum zweiten Mal an der jährlich stattfindenden Ausstellungsreihe „Winterzeit – MuseumsZeit“, die vom Informationszentrum Naturpark Altmühltal in Eichstätt im Jahre 2022 initiiert wurde und von der Vereinigung „Runder Tisch der Museen in der Region“ unterstützt wird.

In der Winterzeit (von Oktober bis Ostern) öffnet an jedem Sonntagnachmittag ein Museum in der Region und präsentiert eine Ausstellung oder bietet eine besondere Führung, einen Vortrag, eine Mitmachaktion, einen Workshop, eine Vorführaktion, einen Einblick hinter die Kulissen der Museen oder eine Exkursion und vieles mehr an. Bei der vierten Museumsreihe „Winterzeit – MuseumsZeit 2025/2026“ haben 20 Museen aus der Region insgesamt 43 Veranstaltungen im Winter angeboten.

Im Heimatmuseum wurde an drei Tagen die Sonderausstellung „Münzen vom Fürstbistum Eichstätt bis heute“ präsentiert. Es waren 133 einzigartige, wertvolle Münzen und Medaillen von den Zeitepochen vom Fürstbistum (Hochstift) Eichstätt ab dem 10. Jahrhundert und vom Fürstentum Eichstätt sowie vom Bistum Eichstätt und der Stadt Eichstätt aus einer umfangreichen Privatsammlung zu sehen.

„Es waren die Fürstbischöfe, die im Hochstift Eichstätt mehrmals Medaillen – meist in geringer Zahl – prägen ließen. Diese Exemplare wurden damals natürlich nicht verkauft, sondern an wichtige Persönlichkeiten verschenkt. Glücklicherweise wurden sie aber aufgehoben, weshalb sie später, eventuell erst nach dem Tod des Besitzers, in eine Sammlung und von da vielleicht in Museen oder in andere, private Sammlungen kamen.“ (Auszug aus Buch „Eichstätter Medaillen“ von Josef Schönwetter und Rudolf Hager, 2009, Eigenverlag, Einleitung von Rudolf Hager).

Weiter wurden zu den einzelnen Münzen die geschichtlichen Ereignisse in Bezug zur Stadt Eichstätt aus einigen Zeitepochen der Fürstbischöfe bzw. des Fürstentums Eichstätt und maßgebende Begriffe (wie Münzen, Medaillen, Bistum Eichstätt, Heiliges Römisches Reich, Hochstift Eichstätt, Gebiet des Hochstifts, Münzrecht, Erste Münzen des Hochstifts) aufgezeigt.

geschichtliche Ereignisse:

Epoche von Fürstbischof Gabriel von Eyb (1496 – 1535)

Zeit der Reformation (Martin Luther und Gegenspieler Johannes Eck), Deutsche Bauernkrieg

Epoche von Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten (1612 – 1637)

Jesuiten, Gegenreformation, Dreißigjähriger Krieg (systematische Brandlegung von Eichstätt durch die Schweden)

Epoche von Fürstbischof Johann Martin von Eyb (1697 – 1704)

Spanischer Erbfolgekrieg um die spanische Thronfolge (Eichstätt wechselte zwischen den französisch-bayerischen und kaiserlich-englischen Heeren häufig die Besitzer)

Epoche von Fürstbischof Joseph Graf von Stubenberg (1791 – 1802)

letzter Bischof von Eichstätt, Koalitionskriege (schwere Landverluste, Kontributionszahlungen), Verlust der Reichsunmittelbarkeit, Säkularisation

Epoche nach der Säkularisation (Anfang 19. Jhd.)

mehrmaliger Besitzwechsel des Fürstentums Eichstätt

Epoche Eugène-Rose de Beauharnais Herzog von Leuchtenberg (1817 – 1824)

Das Fürstentum Eichstätt geht an den Schwiegersohn von König Maximilian Joseph I. von Bayern, dem Stiefsohn Napoleons I.

Fürstentum Eichstätt (1817 – 1833)

Besitzer des Fürstentums waren die Herzoge von Leuchtenberg

Unterschied von Münzen bzw. Medaillen

Münzen

Eine Münze ist in der Numismatik ein meist vom Staat ausgegebenes gesetzliches Zahlungsmittel und damit neben der Banknote (Geldschein) eine Art des Bargeldes. Geld in Form von Münzen war lange Zeit das einzige Bargeld – bis im 11. Jahrhundert das erste Papiergeld aufkam.

Medaillen

Eine Medaille besitzt keine Zahlungsmittelfunktion und dient nicht dem Geldverkehr, sondern ist ein Sammlerobjekt sowie eine Ehren- und Verdienstauszeichnung. Sie besitzen über ihren Metallwert hinaus wegen ihrer künstlerischen Gestaltung und/oder ihrer Rarität und wegen ihres Alters einen Sammlerwert.

½ Taler von 1694
Johann Euchar Graf Schenk von Castell / Fürstbischof von Eichstätt
1685 – 1697
Vorderseite: Zwei Löwen halten das vierfach behelmte, auf Schwert und Krummstab gelegte vierfeldige Familien- und Kapitelwappen.
Rückseite: Der hl. Willibald mit Rationale segnend, in der Linken den Krummstab haltend,
vor ihm das Stiftswappen, darunter der Krummstab.

Taler von 1803
Erzherzog Ferdinand von Österreich / Kurfürst von Salzburg, Passau, Berchtesgaden und Eichstätt
(1803 – 1806)
Vorderseite: Erzherzog Ferdinand mit Kopf nach rechts.
Rückseite: Wappen auf Mantel,
im Schild der Krummstab des Hochstifts (links unten).