gemeinsamer Vereinsausflug mit dem Krieger- und Soldatenverein
Der gemeinsame Vereinsausflug des Heimatvereins und des Krieger- und Soldatenvereins unter dem Motto „Museumsbesuch / Besichtigung in der Region“ führte uns mit dem Bus nach Wettelsheim zur Europäischen Wasserscheide und nach Graben zum Karlsgraben sowie zur Kriegsgräberstätte „Am Nagelberg“ bei Treuchtlingen. Der Besuch des Biermuseums „HopfenBierGut“ in Spalt rundete das Programm ab.
zur Europäischen Wasserscheide und zum Karlsgraben bei Wettelsheim / Graben (Treuchtlingen)
Der Karlsgraben ist ein bedeutsames Boden-Denkmal aus karolingischer Zeit. Bereits vor mehr als 1200 Jahren – im frühen Mittelalter – zur Zeit „Kaiser Karl dem Großen“ waren Flüsse und Bäche die einzigen bequemen Fernverbindungen und damit von großer Bedeutung.
Eine schiffbare Verbindung über die Europäische Hauptwasserscheide zwischen den Flusssystemen von Rhein und Donau war von strategischer und wirtschaftlicher Wichtigkeit. Konkret trennt sie hier die Wasserläufe, die über die Altmühl zur Donau fließen, von jenen, die über die Schwäbische Rezat in Richtung Norden zum Main und weiter zum Rhein fließen.
Nördlich der unsichtbaren Europäischen Wasserscheide bei Wettelsheim fließt das Wasser meist in den Atlantik / die Nordsee (z.B. über den Rhein), südlich davon in das Mittelmeer oder das Schwarze Meer (z.B. über die Donau).
Deshalb wurde bei Treuchtlingen, wo sich beide Flusssysteme bis auf 2 km und einem Höhenunterschied von weniger als 10 Metern annähern, auf Befehl von „Karl dem Großen“ ein Kanal angelegt, der die Altmühl und die Schwäbische Rezat verbinden sollte.
Das größte ingenieurgeologische Projekt des Mittelalters wurde im Jahr 793 mit den Arbeiten an der Fossa Carolina, dem Karlsgraben, begonnen. Bei dessen Bau traten jedoch erhebliche geologisch bedingte Probleme auf. Die instabilen und zudem quell- und gleitfähigen Schichten führten zu erheblichen Schwierigkeiten beim Kanalbau. „Was die Werkleute tagsüber an Erde aushuben, fiel des Nachts wieder in sich zusammen.“
Von dem nie fertig gestellten Kanal „Fossa Carolina“ – ein eingetragenes Naturdenkmal – sind heute eine etwa 500 m lange Wasserfläche und angrenzende bis zu 10 Meter hohe Erdwälle aus Aushubmaterial erhalten.
Der Karlsgraben kann als ein Vorläufer des Ludwig-Donau-Main-Kanals und des Main-Donau-Kanals betrachtet werden. Der bayerische König Ludwig I. widmete sich diesem alten Traum. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal wurde 1846 fertiggestellt. 1950 wurde die königliche Wasserstraße aufgrund der schnelleren Eisenbahn aufgelassen. Der Main-Donau-Kanal ist eine zwischen 1960 und 1992 erbaute, 171 km lange Wasserstraße in Bayern, die den Main bei Bamberg mit der Donau bei Kelheim verbindet.



zur Kriegsgräberstätte „Am Nagelberg“ bei Treuchtlingen
Der Soldatenfriedhof am Nagelberg in Treuchtlingen ist eine Kriegsgräberstätte mit über 2.545 Opfern des Ersten und Zweiten Weltkriegs.
Die 0,8 Hektar große Gräberstätte wurde 1961 eingeweiht und dient als letzte Ruhestätte für Soldaten und Zivilisten (Frauen, Kinder) sowie politisch und rassisch Verfolgte, die meist bei Kämpfen im April 1945 in der Region oder durch Luftangriffe ums Leben kamen (insbesondere vom 23. Februar 1945 auf Treuchtlingen als 12 amerikanische Bomber in drei Wellen die Stadt und vor allem den Bahnhof angriffen).
Die Kriegsgräberstätte am Nagelberg ist die drittgrößte in Bayern. Jede Grabstätte ist mit einem gebrannten, ca. 25 mal 25 cm großen Tonkreuz, welches auch den Namen des Toten trägt, gekennzeichnet. Eine 21 Meter hohe, aus Kupfer bestehende Turmspitze im Zentrum der Gedenkstätte ist das markanteste Merkmal der Anlage. Auf einer Steintafel am Fuße der Turmspitze wurde der Schriftzug „Den Getöteten aus Gerechtigkeit – den Lebenden zur Umkehr“ eingemeißelt.
Die Namen der bekannten Opfer sind in ein Buch mit Metallseiten eingraviert.



zum Biermuseum „HopfenBierGut“ in Spalt
Das Biermuseum „HopfenBierGut“ in Spalt befindet sich im ehemaligen Kornhaus aus dem Jahre 1457 und wurde als Zehentstadel für die Fürstbischöfe von Eichstätt, den Landesherrn der Stadt, als kolossaler Fachwerkbau errichtet. Das historische Kornhaus ist ein Juwel der Stadt und gilt als einmalig für die Region. Das Fachwerk und die Innenkonstruktion (massive Holzbalken ohne jegliche Nägel – ein Kunstwerk für sich) sind imposant.
Im Museum „HopfenBierGut“ wird auf 1200 m2 die Welt des Hopfens und des Bieres erlebbar gemacht. Das Museum gilt als ein einzigartiges Erlebnis der Hopfen- und Bierkultur. Die Ausstellung lässt die Welt des Hopfens und der Braukunst lebendig werden – ob erleben, schmecken oder staunen. Die Ausstellung zeigt die Hopfen- und Biergeschichte in Spalt und das Arbeiten und Leben mit dem Hopfen von damals bis heute in der einzigen kommunalen Brauerei Deutschlands auf. Die Ausstellung setzt sich aus interaktiven, modernen Elementen sowie aus historischen und original erhaltenen Ausstellungsstücken zusammen.
Nach der Führung stand noch eine Verkostung mit einem 0,2 l Spalter Bier an. Als Souvenir erhielt jeder Teilnehmer noch das Original 0,2 l HopfenBierGut-Glas (die sogen. Spalter Bierstange).


